OP-Start im Herbst

Nach der sommerlichen OP-Pause starten wir ab Mitte September wieder mit unseren gefäßchirurgischen Eingriffen.

Während Krankenhäuser auch im Hochsommer operieren, kann unsere ambulante gefäßchirurgische Praxis planbare Eingriffe anders, großzügiger organisieren. Heißt: Von September bis Mai führen wir Operationen durch; in den heißesten Monaten konzentriert sich unsere die Praxis auf Diagnostik, Beratung und konservative Behandlungen.

Aber warum? Ein wichtiger Grund ist die Zeit nach dem Eingriff. Nach Venenoperationen gehört der klassische Kompressionsstrumpf  zum Teil der Behandlung. Diese Strümpfe unterstützen das operierte Bein, begrenzen Schwellungen und fördern einen guten Heilungsverlauf.

Bei 30 Grad und heißer wird es allerdings unangenehm. Unter dem eng anliegenden Material wird es sehr warm, die Haut schwitzt stärker und gerade bei frischen Operationswunden wollen wir feuchte, aufgeweichte Haut und zusätzliche Keimbelastung möglichst vermeiden.

„Wenn ein Bein frisch operiert ist und unter dem Kompressionsstrumpf stark schwitzt, sind das schlechte Bedingungen für die Wunde“, sagt Dr. Michaela Kos. „Also wählen wir lieber eine Jahreszeit, in der die Nachbehandlung für unsere Patientinnen und Patienten angenehmer und unkomplizierter ist.“

Auch wissenschaftliche Untersuchungen weisen darauf hin, dass postoperative Wundinfektionen in warmen Monaten häufiger auftreten können. Das bedeutet nicht, dass Operationen im Sommer grundsätzlich problematisch sind. Wenn die Diagnose aber eine Terminierung in der entspannteren Jahreszeit zulässt, kann allein diese Planung günstige Bedingungen für Heilung und Nachsorge schaffen.

Hinzu kommt ein sehr praktischer Aspekt: Kompressionsstrümpfe lassen sich bei kühleren Temperaturen meist angenehmer und konsequenter tragen. Und jeder weiß: Der ärztliche Tipp ist wegweisend, er muss aber auch im privaten Umfeld umgesetzt werden. „Für ein gutes Ergebnis brauchen wir nach der Operation also auch die Mitarbeit der Patienten“, erklärt Kos. „Wenn die Kompression zuverlässig getragen wird, das Bein möglichst wenig anschwillt und die Wunde in Ruhe heilen kann, schaffen wir so gute Voraussetzungen für einen unkomplizierten Heilungsverlauf.“

Davon profitiert nicht nur die Wundheilung. Wenn Schwellungen gering bleiben und das Gewebe in Ruhe abheilt, kann sich auch die Narbe unauffälliger entwickeln. Und das ist mehr als ein angenehmer Nebeneffekt.